Künstliche Intelligenz (KI) ist längst fester Bestandteil der Eventbranche, allerdings meist im Verborgenen. Sie hilft beim Teilnehmer-Management, bei der Datenauswertung oder beim Erstellen von Eventtexten. Doch auf der Bühne selbst, dort, wo Kommunikation unmittelbar stattfindet, bleibt sie bisher außen vor.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ GEHÖRT AUF DIE BÜHNE
Viele in der Branche sehen KI als Gegensatz zu dem, was Live-Kommunikation ausmacht: echte Begegnungen und Emotionen zwischen Menschen. Doch diese Trennung greift zu kurz. Unternehmen erwarten von Ihren Mitarbeitenden, dass sie KI im Alltag souverän nutzen und den technologischen Wandel mitgestalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig haben viele Mitarbeitende Berührungs.ngste. Eine Bühne kann ein geschützter Rahmen sein, um genau diese Hürden abzubauen. Wenn KI nicht nur im Hintergrund arbeitet, sondern als Gesprächspartner:in sichtbar wird, entsteht eine Erfahrung, die KI anfassbar macht. Veranstaltungen können so einen Beitrag leisten, Mitarbeitenden KI nicht als Bedrohung, sondern als Teil unserer Arbeits- und Kommunikationskultur begreifbar zu machen.
VON DER HILFSKRAFT ZUM GESPRÄCHSPARTNER AUF DER BÜHNE
Wenn KI nicht nur ein Thema ist, über das wir auf der Bühne sprechen, sondern mit dem wir im direkten Austausch stehen, wird Technologie erlebbar. Moderationen bieten dafür den idealen Rahmen. Die Kunst der Moderation ist, eine Verbindung zwischen Bühnengeschehen und dem Publikum herzustellen und so aus Zuschauenden Beteiligte zu machen. Bei einer authentischen Moderation entsteht Kommunikation in Echtzeit. Eine KI-Co-Moderation kann dieses Format erweitern: Sie reagiert als echte:r Gesprächspartner:in, stellt Rückfragen, kommentiert Inhalte, so wie sie es im Alltag längst tut. Ihr Fachwissen ist dabei grenzenlos und kann durch die menschliche Moderation eingeordnet werden.

PRAXISBEISPIEL: KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ALS CO-MODERATION
Ein Beispiel dafür liefert Claire, eine KI-Co-Moderatorin, die von onto[story] entwickelt wurde und gemeinsam mit Benny Ge moderiert.
Claire wird für den Event individuell trainiert und mit dem nötigen Wissen angelernt. Zusätzlich ist sie in Vorbereitung auf den Event täglich mit Benny Ge im Austausch. Das gemeinsame Auftreten: Claire erscheint als digitaler Avatar auf den Bühnenmonitoren neben Benny Ge. In der Moderation entsteht so ein echtes Gespräch zwischen Mensch und KI – spielerisch, live, authentisch. Das Publikum erlebt KI nicht als abstraktes Konzept, sondern als kommunikatives Gegenüber. Das Fazit der Eventbesuchenden war letztendlich positiv: »Ich war ehrlich gesagt skeptisch. KI auf der Bühne klang für mich nach Spielerei. Aber ich wurde überrascht. Die Interaktion wirkte natürlich und hat im Team etwas angestoßen, was eine klassische Keynote nicht geschafft hätte.« (Eventbesuchender)

WANDEL GESTALTEN STATT HINTERHERLAUFEN
Wer KI aktiv in Bühnenformate integriert, gestaltet den Wandel mit und sorgt dafür, dass Live-Kommunikation auch im Zeitalter der KI ihren Wert behält. Die Aufgabe der nächsten Jahre wird also sein, KI nicht nur als Werkzeug, sondern als Teil der Inszenierung zu begreifen. Nur so kann sie das bleiben, was Live-Kommunikation auszeichnet: echt, überraschend und menschlich.
Die komplette showcases-Ausgabe findest du hier: https://www.yumpu.com/de/document/read/70880412/fokus-human-resources-i-showcases-2026-01

Kerstin Meisner-Schaul
Herausgeberin, Chefredaktion. Netzwerkerin der Eventbranche mit absoluter Leidenschaft für Live-Kommunikation.
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