BÜHNENPROSPEKT: Nicht die Werbebroschüre für die Schönheit einzelner Bühnen, Theater und Opern, sondern eine große bemalte Stoffbahn, die als Hintergrund dient.
CUE: Kein Queue. Wird also nicht zum Billiardspielen verwendet, sondern ist ein vorprogrammierter Licht- oder Toneffekt, der per Tastendruck ausgelöst wird.
DELAY: Nicht der Nachname eines nuschelnden Sängers, sondern erzielt ein Echo (nicht der Musikpreis) oder einen zeitverzögerten Ton.
EINSCHLEIFEN: Nicht die Einarbeitung eines Erziehers, den Kindern beim Schuhebinden zu helfen, sondern beschreibt das Einbinden eines Effektgerätes in eine Audiokette.
FRONT OF HOUSE: Nicht der Vorgarten einer Villa, sondern der Technikplatz im Publikum.
GEREGELTE ARBEITSZEIT: Keine Definition vorhanden.
GOBO: Keine Figur aus Pokémon, sondern eine Schablone für Muster oder Logos im Scheinwerfer.
KABELSALAT: Nicht die Abkürzung für einen Salat mit Kabeljau, sondern das nervige Ineinanderverheddern von Kabeln, was vielen Technikern nicht schmeckt.
LASTENVERTEILUNG: Nicht das gerechte Aufteilen des Wochenendeinkaufes unter verschiedenen Familienmitgliedern, sondern ein Konzept im Rigging, um Traversen und Technik sicher aufzuteilen.
LAUTSPRECHER: Kein Politiker, sondern ein Gerät, das Schall wiedergibt.
LICHTPULT: Kein Redepult mit integrierten hellen Scheinwerfern zum besseren Lesen für Senioren, sondern eine Lichtsteuerkonsole, die im bekanntesten Fall GrandMA heißt.
MOVING HEAD: Kein Hauptdarsteller in einem Horrorfilm, sondern ein drehbarer Scheinwerfer. Ein STAGEHAND ist ja auch kein abgetrenntes Gliedmaß .
MULTICORE: Keine multikulturelle Gesangsgruppe, sondern ein dickes Kabel zum Transportieren von Audio- und Lichtsignalen.
PHANTOMSCHALTER: Ruft nicht das »Phantom der Oper« herbei oder lässt Kronleuchter auf die Bühne stürzen, sondern aktiviert die Phantomspannung für Kondensatormikrofone. Oftmals mit mehr Spannung als das Stück selber.
SIDEFILL: Kein Gericht, welches man neben der üppigen Hauptspeise isst, sondern ein Monitorlautsprecher an der Bühnenseite.
SOUNDCHECK: Keine Hörprüfung beim HNO-Arzt, sondern ein Test der Tonanlage. Bei manchem Tontechniker führt es über die Dauer zum HNO-Arzt.
WACKELKONTAKT: Nicht das unsichere Date auf einer Dating-App, sondern eine defekte Stromverbindung, die ungewollt für »knisternde Spannung« sorgt.
VON MARKUS PABST
Der Berliner Markus Pabst ist einer der renommiertesten zeitgenössischen Varieté-Regisseure. Seine Show »WET (SOAP)« lief 17 Jahre lang nonstop weltweit. Auch andere Shows wie »Dummy«, »Der helle Wahnsinn« und »La Clique« zählen zu den Meilensteinen des Varieté-Theaters. Pabst schreibt Theaterstücke, Librettos, Drehbücher und Bücher. Zudem inszeniert er immer wieder Acts für Akrobatinnen und Akrobaten. Seine Kreationen werden regelmäßig bei renommierten Zirkus-Festivals in Paris oder in Monte Carlo ausgezeichnet. Beim »Cirque de Demain« Festival saß er in der Jury. Bei den sechs Pabst-Audienzen im Jahr in Berlin geben sich Prominente und Newcomer:innen aus allen Genres die Klinke in die Hand: »Die Spannung im Varieté liegt im Zusammenkommen unterschiedlicher Elemente, Altersgruppen und Genres. Egal, ob wir das als neuen oder klassischen Zirkus bezeichnen.«.
Die komplette showcases-Ausgabe findest du hier: https://www.yumpu.com/de/document/read/70739534/fokus-showproduktionen-technik-i-showcases-2025-02

Kerstin Meisner-Schaul
Herausgeberin, Chefredaktion. Netzwerkerin der Eventbranche mit absoluter Leidenschaft für Live-Kommunikation.
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